Career restart after parental leave: Why it starts with you

Mother working on laptop at home with child beside her

Du sitzt wieder an deinem alten Schreibtisch. Gleicher Stuhl, gleiche Kolleginnen, die dich fragen, wie es ist, wieder zurück zu sein. Und du lächelst und sagst „Es ist schön, wieder hier zu sein“ – und eigentlich stimmt das gar nicht. Denn was du fühlst, ist etwas ganz anderes. Es fühlt sich fremd an, wieder hier zu sein. 

Von außen betrachtet hat sich nicht viel verändert. Der Job ist derselbe wie vor der Elternzeit, die Aufgaben sind ähnlich wie vorher. Aber du bist es nicht mehr. Und genau das macht einen beruflichen Neustart nach der Elternzeit für so viele Mütter zum Thema – nicht, weil sich im Außen etwas verändert hat, sondern weil sich innen etwas verschoben hat, das zum Alten nicht mehr passt. 

Der leise Riss, den keiner sieht 

Das Tückische an diesem Gefühl ist: Es lässt sich schwer erklären. Du traust dich kaum, jemandem zu sagen „mein Job macht mich unglücklich“, weil er das von außen betrachtet gar nicht tut. Es ist eher ein feines Unbehagen, das sich morgens beim Aufstehen meldet 

und abends beim Einschlafen wieder auftaucht. Du funktionierst. Du machst deinen Job gut, vielleicht sogar besser als vorher – weil du inzwischen weißt, was wirklich wichtig ist und was nicht, und deine Arbeitszeit viel klarer nutzt. Aber innerlich ploppt immer wieder die Frage auf, die du am liebsten wegschieben würdest: Will ich das hier überhaupt noch? 

Viele Mütter reden sich das erst mal aus. Das ist doch nur die Umstellung. Das legt sich wieder. Ich bin einfach nur müde. Und ja – ein Stück weit stimmt das auch. Aber wenn das Gefühl über Wochen und Monate bleibt, dann ist es kein Zeichen von Müdigkeit mehr. Dann ist es ein deutlicher Hinweis. 

Meine eigene Geschichte: Vom Funktionieren zum Fühlen 

Ich kenne dieses Gefühl aus eigener Erfahrung. Viele Jahre habe ich als Immobilienkauffrau gearbeitet: sicherer Job, toller Arbeitgeber, nette Kolleg*innen, gut bezahlt. Und trotzdem hatte ich über Jahre das Gefühl, nur zu funktionieren – und gar nicht das zu tun, was wirklich zu mir und meinen Interessen passt. Irgendwann konnte ich das nicht mehr ignorieren. 

Also nahm ich erst einmal ein Sabbatical und reiste um die Welt: Südostasien, Indien, Bali, Nordamerika. Viele Freundinnen fragten mich, ob das eine Flucht sei. Vielleicht war es das auch. Vor allem aber war es die Suche nach mir selbst und nach dem, was ich wirklich will im Leben. Und obwohl ich mich unterwegs so gut kennengelernt habe wie nie zuvor, blieb

ausgerechnet die eine Erkenntnis aus: was ich beruflich machen möchte. Irgendwann saß ich wieder an meinem Schreibtisch – und der Job fühlte sich noch falscher an als vorher. 

Nach der Geburt meines zweiten Kindes wurde dieser Drang nach Veränderung noch stärker, nur mit neuem Gesicht. Denn jetzt wollte ich die wertvolle Zeit mit meinen Kindern nicht mehr gegen einen Job eintauschen, der sich für mich völlig sinnlos anfühlte. Also holte ich mir Unterstützung von einer Coach. In diesem Coaching stellte ich mir endlich die Fragen, um die ich vorher immer einen Bogen gemacht hatte. Ich entdeckte meine Werte, meine Stärken, meine Talente – und meinen großen Wunsch nach sinnvoller Arbeit. Kurz darauf stand mein Plan: selbst eine Ausbildung zur Coach machen und mich selbstständig machen. 

Warum der Neustart nicht bei der Jobsuche beginnt 

Wenn Mütter mich heute im Kennenlerngespräch fragen, wie ein beruflicher Neustart nach der Elternzeit gelingt, erwarten sie meistens Bewerbungstipps. Aber genau da liegt der Haken. Ein Neustart, der nur aus der Suche nach einer neuen Stelle besteht, führt oft nur zur nächsten Version des alten Problems – neuer Job, anderes Unternehmen, gleiche Unzufriedenheit. 

Der eigentliche Ausgangspunkt ist eine andere Frage: Was ist mir jetzt wichtig? Nicht vor der Elternzeit. Jetzt. Denn Mutterschaft verändert, was sich sinnvoll, richtig und stimmig anfühlt – manchmal ganz grundlegend. 

Ein kleiner Werte-Check kann hier schon viel Klarheit bringen. Frag dich zum Beispiel: 

● Wann fühle ich mich in meinem Alltag am freiesten – und wann am eingeengtesten? ● Welche Entscheidung würde ich treffen, wenn mich niemand dafür bewerten würde? ● Was würde ich tun, wenn Geld keine Rolle spielen würde – zumindest für die nächsten drei Monate? 

Diese Fragen liefern selten sofort eine fertige Antwort. Aber sie zeigen eine Richtung. Und eine Richtung ist der eigentliche Anfang eines beruflichen Neustarts nach der Elternzeit – nicht die perfekte neue Stellenbeschreibung. 

Der erste Schritt ist kleiner, als du denkst 

Du musst nicht heute kündigen. Du musst nicht wissen, wie dein Traumjob konkret aussieht. Du brauchst nur den Mut, dir selbst ehrlich zuzuhören – und einen ersten kleinen Schritt, der zu dem passt, was du dabei entdeckst. 

Wenn du spürst, dass du dir etwas anderes wünschst als den Job, in den du gerade zurückgekehrt bist, dann fang genau dort an: bei der Frage, was dir wirklich wichtig ist. Der Rest entwickelt sich von dort aus – Schritt für Schritt, in deinem eigenen Tempo.

 

 


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