Wahrscheinlich hast du es schon getan: Jobportale durchgescrollt, Stellenanzeigen gespeichert, dich gefragt, ob „Teilzeit, 30 Stunden, hybrid“ wohl das ist, wonach du suchst. Und wahrscheinlich hast du danach das Browserfenster wieder geschlossen – ohne das Gefühl, auch nur einen Schritt weitergekommen zu sein. Genau da liegt das Problem, wenn du als Mutter deinen Traumjob finden willst: Du suchst an einem Ort, an dem er gar nicht zu finden ist.
Der Traumjob mit 25 war noch viel leichter zu finden. Da ging es meist nur um ein paar Fragen: Was macht mir Spaß? Was kann ich gut? Bei welcher Firma kann ich Karriere machen, und wie sind die Konditionen? Als Mutter kommt viel mehr dazu – deine Energie, deine Zeitfenster und die Frage, wie viel von dir selbst noch übrig sein soll, wenn der Tag vorbei ist. Ein Job, der vor der Elternzeit perfekt gepasst hat, kann sich heute völlig falsch anfühlen. Nicht, weil er schlechter geworden ist – sondern weil du eine andere Frau bist als damals.
Warum ich meinen Traumjob nicht gesucht, sondern entwickelt habe
Ich habe lange gedacht, es gäbe diesen einen Moment, in dem es klickt und man genau weiß, welchen Job man machen möchte. So war es bei mir nicht. Mein Weg von der Immobilienkauffrau in die Selbstständigkeit als Life Coach war kein einzelner Moment, sondern eine lange Entwicklung – mit vielen Umwegen.
Letztendlich ging es darum, mich selbst nach der Elternzeit wieder besser kennenzulernen. Herauszufinden, wer ich abseits von Haushalt und Kindern eigentlich bin. Nicht, wer ich vorher war, sondern welche Frau ich heute bin. Und dabei stellte ich fest, dass mir inzwischen ganz andere Dinge wichtig waren – und vor allem, dass Zeit für mich viel kostbarer geworden war als früher, bevor ich Kinder hatte.
Genau diese Klarheit über mich selbst war der eigentliche Anfang. Nicht die Jobsuche.
Die wichtigen drei: Werte, Stärken, Energie
Wenn du deinen Traumjob als Mutter finden willst, musst du nicht mehr netzwerken oder eine Weiterbildung zum Thema KI machen. Du brauchst erst mal nur eins: Klarheit in diesen drei Bereichen.
- Werte: Was ist dir in diesem Lebensabschnitt wirklich wichtig? Nicht, was die Gesellschaft oder deine Familie von dir erwartet, sondern was sich für dich richtig anfühlt. Flexibilität, Sinn, finanzielle Sicherheit, Nähe zur Familie, eigene Entfaltung? Nach welchen Werten willst du dein Leben gestalten – privat und beruflich? Such dir etwa fünf Werte heraus, die sich wirklich nach dir anfühlen.
- Stärken: Worin bist du richtig gut? Was fällt dir so leicht, dass du es für selbstverständlich hältst – während andere es an dir bewundern? Und was hast du durch die Elternzeit dazugewonnen, das du selbst nie als Qualifikation bezeichnen würdest?
- Energie: Welche Tätigkeiten geben dir Energie, und welche ziehen sie dir ab? Welches Umfeld tut dir gut, welches laugt dich aus? Natürlich wird es nie einen Job geben, in dem du ausschließlich Dinge tust, die dich beflügeln. Trotzdem ist es wichtig, den Unterschied zu kennen. Und noch etwas gehört dazu: Zu welcher Tageszeit steckst du voller Tatendrang – und wann bringst du nichts mehr richtig zustande?
Diese drei Fragen ersetzen die Jobsuche nicht. Aber sie sorgen dafür, dass du weißt, wonach du eigentlich wirklich suchst, bevor du das nächste Jobportal öffnest.
Wenn du es dann öffnest, wird es sich anders anfühlen. Nicht, weil dort plötzlich bessere Anzeigen stehen – sondern weil du zum ersten Mal weißt, wonach du überhaupt schaust.


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